Porsche integriert den Aufbau des Cisitalia 360 in das Projekt Le Mans 2014
Von Martin Schröder
Porsche, die Marke mit den meisten Siegen bei den 24 Stunden von Le Mans, plant bekanntlich den Wiedereinstieg in den noch immer prestigeträchtigsten Landstrecken-Klassiker für 2014.
Und das – wie man gehört hat – mit einem der Tradition des Hauses entsprechenden zukunftweisenden Technologie-Konzept. Die Rede ist von einem Hybridfahrzeug, bei dem der Zusatzantrieb über Schwungräder erfolgt, die durch den Bremsvorgang beschleunigt werden.
Was liegt da näher, als den seit 1960 im Porsche-Museum als statisches Exponat ausgestellten Cisitalia 360 zum Laufen zu bringen und der Welt das innovativste Fahrzeug der Grand Prix Geschichte in seinem vorbestimmten Element, der Rennstrecke zu präsentieren.
Diese Integration der beiden Projekte hat der Vorstandsvorsitzenden der Porsche AG, Herr Matthias Müller beim Solitude-Revival gegenüber dem Cisitalia-Kurator Martin Schröder bestätigt.
Hier eine kleine Zusammenstellung, was der Cisitalia 360 1947-48 im Grand Prix Rennsport vorweggenommen hat:
- Mittelmotor – von John Cooper 1958 in der modernen Formel 1 eingeführt, Ferrari zog erst 1961 nach.
- Erster unterquadratischer Motor der Formel 1: Kolbenhub kleiner als Bohrung. Daher die für die Bauperiode für unmöglich gehaltene Drehzahl von 12.000 UpM. Die Konkurrenten lagen bei 8.000 bis 8.500 UpM. Heutige F1 drehen bis 18.000 UpM.
- Seitentanks bewirken unabhängig von der Füllmenge eine stets gleichbleibende Gewichts-verteilung vorn/hinten. Beim Frontmotor muss man entweder den Nachteil des leichter werdenden Hecks in Kauf nehmen oder Kunstgriffe wie Satteltanks – Mercedes Benz - oder außenliegende Seitentanks – Lancia – anwenden.
- Der Erste Grand-Wagen mit dreidimensionalem Gitterrohrrahmen, verleiht optimale Torsionssteifigkeit
- Der zuschaltbare Vierradantrieb soll die Antriebskraft beim Beschleunigen aus der Kurve optimal auf die Straße bringen. Die Reifentechnologie der Zeit erlaubte eine maximale Breite der Auflagefläche von lediglich 13 cm.
Motor: Zwölfzylinder 180° V-Motor, wassergekühlt mit zwei Weber-Fallstromvergasern und zwei Centric-Ladern
Hubraum: 1.493 ccm
Leistung: 450-500 PS bei 11-12.000 UpM
Max. Drehmoment: 370 Nm bei 6.000 U/min
Antrieb: Hinterradantrieb mit zuschaltbarem Vorderradantrieb
Getriebe: synchronisiertes 5-Ganggetriebe, sequentiell geschaltet
Leergewicht: 650 kg
Höchstgeschwindigkeit: ca. 300 km/h
Baujahr: 1947/1948
Stückzahl: 2
Wie seit einem Jahr bekannt, gibt es einen zweiten Cisitalia in privater Sammlerhand, der im Gegensatz zum Wagen bei Porsche aus nie montierten Neuteilen besteht, nicht ganz komplett ist und von Porsche mit Zeichnungen für den Bau der Fehlteile unterstützt wird.
Man darf also 2014 nicht nur das erste Mal in Europa einen Cisitalia auf der Rennstrecke erwarten, sondern deren zwei, die den Ingenieuren der Firma Porsche- Konstruktionen GmbH, in Gmünd eine späte Referenz erweisen werden.







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Kommentar von Stephan Weniger | 07.08.2011
Ist der Hub kleiner als die Bohrung, spricht man von einem überquadratischen Motor.
Kommentar von Martin Schröder | 08.08.2011
Die Diskussion über/unterquadratisch ist so alt wie Tiefenschärfe/Schärfentiefe.
Trotzdem Kompliment für aufmerksames Lesen.