Meister alter Schule - Werner Bührer
20.02.2012 (Kommentare: 0)
Ein Bericht über den powerslide-Illustrator Werner Bührer
Text: Robert Weber Fotos: Michael Thier
Kurz bevor wir mit unserer Neuauflage der powerslide starteten, blätterten wir natürlich in den alten Ausgaben, die Rico Steinemann, Arthur Blank, Dieter Stappert und Co. in den Jahren 1963 bis 1975 herausgegeben hatten, um zu sehen, was das Blatt damals eigentlich ausmachte. Spritzige und wortwitzige Artikel, eine gründliche Recherche, Insiderinformationen, die kaum jemandem sonst zugänglich waren, und natürlich tolle Fotos von den Rennstrecken auf allen Kontinenten zierten die powerslide damals. Doch sie zeichnete sich durch noch eine Besonderheit aus. In jeder Ausgabe waren Zeichnungen und Illustrationen ausgewählter Künstler abgedruckt, die den Lesern die Technik der damaligen Rennwagen näherbrachten. Ein Name tauchte in den damaligen powerslide-Publikationen an dieser Stelle immer wieder auf: Ein Künstler namens „Munot“.Anfang 2009 dauerte es Wochen, bis wir herausfanden, wer hinter diesem Synonym steckte. Nach einigen Internetrecherchen und Telefonaten hatten wir ihn ausfindig gemacht, es war der Schweizer Diplom-Industriedesigner Werner Bührer, der mit flottem Strich detailverliebt ans Werk ging und schon der alten powerslide mit seinen Illustrationen weiteres Leben einhauchte. Nur wenige Tage und ein Telefonat später war bereits klar, der Bü, wie ihn seine Freunde rufen, musste auch für die Neuauflage der powerslide wieder ins Atelier steigen und sollte auch unserem Heft seine persönliche Note verleihen. Werner Bührer sagte spontan zu, uns mit weiteren Illustrationen zu versorgen, für ihn kein großes Problem, gelernt sei schließlich gelernt, und geübt habe er es über die Jahre hundertfach.
Unter großen Namen gelernt
Bührer, der am 4. Juli 1935 das Licht der Welt in Schaffhausen erblickte, hatte schon früh die schönen Seiten des Lebens entdeckt und sie zu seinem Lebensmittelpunkt gemacht. Aufgewachsen im Fotogeschäft seines Onkels, hatte er schon in frühen Jahren täglichen Kontakt zur Kunst der Fotografie. Die später entwickelte Liebe zur Jazzmusik und die Faszination für Automobile und deren Design ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass Bü seine weitere Ausbildung und sein Betätigungsfeld im künstlerischen Sektor suchen würde. 1961 schloss er das Studium an der Hochschule für Gestaltung in Ulm mit seinem Diplom als Produktdesigner ab und hatte zu diesem Zeitpunkt, 1959 und 1960, jeweils ein Praktikum in der Karosserie-Konstruktion bei der damaligen Porsche KG in Stuttgart absolviert. Vor allem sein damaliger Koreferent Erwin Kommenda, Schöpfer des VW Käfers und Porsche 356, ist Werner Bührer noch heute mit einem prägenden Zitat in Erinnerung. „Mit den Händen stehlen ist verboten, aber mit den Augen stehlen, das ist ein Muss“, gab ihm Kommenda mit auf den Weg.
Das hatte sich Bührer gemerkt und im Laufe seiner gestalterischen Karriere immer wieder Gutes von anderen abgeschaut. Die Firma Porsche war für Bü da keine Ausnahme. „Die Kurvenlineale bei Porsche stammten damals aus dem Schiffbau in Hamburg, solche Linienführungen und Radien gab es nirgends sonst”, freut sich der 76-Jährige heute noch. “Ich habe sie mir während meines Praktikums dort kopiert und von Hand nachgeschliffen. Bis heute brauche ich sie regelmäßig immer wieder!“
Den gesamten Artikel findet Ihr in der aktuellen powerslide-Ausgabe #15
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